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Fieber, sondern eben der schmerzhafte Zustand, welchen sie auch mit in das Ehemännische Haus brachte, welcher sie am Sitzen und Liegen und an Besorgung des Hauswesens hinderte, welcher mit Geschwüren an den genitalibus und dem ano, und mit einem sehr ekelhaften Ausfluß aus erstern begleitet war, und wofür sie mancherley Quacksalbereyen, durch Hülfe ihrer Mutter, – alles ohne Vorwissen des Ehemanns – von dem Bader zu Werenfels und andern, erhielt und gebrauchte.

 2.) Nicht der Monatsfluß, sondern die häßliche Krankheit der Neuverehelichten machte sie untüchtig für das Ehebette. Am Tag des Eheverlöbnisses war auf erstern Umstand ausdrückliche Rücksicht genommen und ein solcher Tag zur Hochzeit gewählt worden, wo sie dießfalls nichts zu besorgen hatte. Überdieß hat sie nicht nur die drey ersten Nächte, sondern auch in der sechsten und allen folgenden Nächten, im Rocke geschlafen.

 3.) Der Beyschlaf wurde auch in der vierten und fünften Nacht nicht vollzogen und konnte wegen des kranken und schmerzhaften Zustands der Ehemännin nicht vollzogen werden.

 4.) Der Mann hatte drey Wochen lang zugesehen, was aus der Krankheit seiner Frau werden würde, und hatte ihr, während dieser Zeit, beständig das aufrichtigste Mitleiden, und die innigste