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dem Moloch seines Ehrgeizes opfert, das eigene Kind, die Gattin, den jugendlichen Freund, bis ihn das Schicksal ergreift und zerschmettert unter den Trümmern seines zusammenstürzenden Gebäudes, als er eben noch in äusserster Verblendung durch das reine Opfer des Max die Rache von seinem Haupt hinweggenommen glaubt:

Die bösen Götter fordern ihren Zoll.
Das wussten schon die alten Heidenvölker:
Drum wählten sie sich selbst freiwill’ges Unheil,
Die eifersücht’ge Gottheit zu versöhnen,
Und Menschenopfer bluteten dem Typhon.
Auch ich hab’ ihm geopfert. – Denn mir fiel
Der liebste Freund und fiel durch meine Schuld.
So kann mich keines Glückes Gunst mehr freuen,
Als dieser Schlag mich hat geschmerzt. – Der Neid
Des Schicksals ist gesättigt, es nimmt Leben
Für Leben an, und abgeleitet ist
Auf das geliebte reine Haupt der Blitz,
Der mich zerschmetternd wollte niederschlagen.



Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Pecht: Schiller-Galerie. F. A. Brockhaus, Leipzig 1859, Seite 148. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Schiller-Galerie.pdf/173&oldid=- (Version vom 1.8.2018)