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Sechster Auftritt.
Präsidentin.

Einfältige Menschen, die nicht begreifen, daß man seinen Einfluß nicht umsonst verwendet. Ueberhaupt wird das wol bald aufhören, denn mein Schwager fängt an, sehr unfügsam zu werden. Doch nun zu andern Dingen. Mein Scharfblick hat mich nicht getäuscht. Der Hauptmann fühlt etwas für Amalien. Und sie für ihn? Wahrscheinlich, gewiß. Mein Glück ist, daß es noch zu keiner Erklärung zwischen ihnen gekommen ist. Allein um jeden Preis muß ich mir die Nebenbuhlerin vom Halse schaffen. Hm, der Marquis ist gut genug für dieses trotzige, eigensinnige Mädchen. Zwar hat sie sich bisher standhaft geweigert, seinen Bewerbungen Gehör zu geben – indessen – vielleicht hilft dasselbe Mittel, das bei dem Hauptmann angeschlagen hat. Ich will es gleich versuchen.


Siebenter Auftritt.
Präsidentin, Amalie.

Präsidentin. Eben recht, daß du kömmst, liebe Amalie. Ich stelle mich dir als Braut vor. Der Hauptmann hat so eben den Vertrag unterschrieben.

Amalie. Nicht möglich!

Präsidentin. Warum finden Sie das nicht möglich, Fräulein Nichte?

Amalie. Verzeihen Sie, liebe Tante, ein Ausdruck der Freude –

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Roderich Benedix: Das bemooste Haupt oder Der lange Israël. J. J. Weber, Leipzig 1846, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Roderich_Benedix_-_Das_bemooste_Haupt_(Leipzig_1846).pdf/9&oldid=- (Version vom 18.5.2020)