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Hannchen. Du bist so wehmüthig, lieber Freund!

Alsdorff. Der Abschied – und zudem – weißt du nicht, wo wir uns befinden?

Hannchen. Ja – ja, wie heißt doch gleich der Name.

Alsdorff. Laß den Namen, es ist das Dorf meiner Geburt.

Hannchen (lebhaft). Deine Heimath? O komm, führe mich herum; zeige mir die Plätze alle, die dir aus deiner Kindheit her noch merkwürdig sind, von denen du mir so oft erzählt hast. Sie sind mir alle werth und theuer – schon so lange habe ich gewünscht, sie zu sehen. – Komm, schlage mir die Bitte nicht ab.

Alsdorff. Abschlagen? Du kommst meinem Wunsche zuvor. Wohl denn, laß uns diese Nacht hier bleiben und morgen weiter ziehen. Jetzt komm, ich will dich führen.

(Beide ab.)


Dritter Auftritt.
Strobel (kommt nach einer Pause herein).

Bald hätte er mich erwischt, als er zur Hausthüre hinausging. Das hätte noch einen Lärm gegeben, denn er hätte mich doch ausgezankt. Jetzt glaubt er mich mit den Andern fort – und hat nicht einmal Abschied genommen. Na warte, ich bringe es dir heute noch an. Doch jetzt muß ich sehen, ob der Pudel etwas zu fressen hat. (Will ab in die andere Seite, horcht und läuft an’s Fenster.) Was ist das? Ein Wagen? Halloh! (Schwenkt die Mütze und läuft ab.)

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Roderich Benedix: Das bemooste Haupt oder Der lange Israël. J. J. Weber, Leipzig 1846, Seite 88. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Roderich_Benedix_-_Das_bemooste_Haupt_(Leipzig_1846).pdf/88&oldid=- (Version vom 26.5.2020)