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Sechster Auftritt.
Strobel, Bedienter.

Strobel (hatte die Bücher auf einen Stuhl im Hintergrunde gelegt und sich darauf gesetzt. Er steht auf, nimmt die Bücher und eins davon fällt zu Boden. Mehrere Papiere fallen heraus. Er nimmt sie zusammen und legt sie wieder hinein).

Bedienter (tritt auf). Was macht Er noch hier?

Strobel. Er? Ich bitte mir es aus, daß Er höflich ist.

Bedienter. Keine langen Redensarten, packe Er sich fort.

Strobel. Was untersteht sich denn so ein windiger Pommadenritter. Wenn Er nicht still ist, werde ich Ihm das ungewaschene Maul stopfen.

Bedienter. Nun guter Freund, wir fürchten uns eben auch nicht.

Strobel. Der Henker ist Sein guter Freund. Wo möchte ich wol in diesem verdammten Hause einen Freund haben!

Bedienter. Packe Er sich fort und lasse Er Seine Grobheiten aus, wo sie hingehören.

Strobel. Hier gehören sie hin, wo der Bediente nicht einen Heller mehr taugt, als die Frau vom Hause.

Bedienter. Kerl, wenn Er nicht gleich geht –

Strobel. Nun, was denn? Will Er mich etwa hinauswerfen? Komme Er heran, wenn Er Courage hat!

Bedienter. Das würde sich passen für mich – mit einem Stiefelwichser –

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Roderich Benedix: Das bemooste Haupt oder Der lange Israël. J. J. Weber, Leipzig 1846, Seite 71. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Roderich_Benedix_-_Das_bemooste_Haupt_(Leipzig_1846).pdf/71&oldid=- (Version vom 28.5.2020)