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doch keine Früchte getragen hat. Gleich einem Baume steht er da, den der nahende Herbst seiner Blätter beraubt, – eines nach dem andern fällt ab – bald steht er blätterlos – aber der Baum ist eine Eiche – noch ist das Mark kräftig und der Saft ist nicht vertrocknet. Und kommt der Frühling wieder, treibt er neue Blüthen, neue Blätter. (Aufblickend.) Und der Frühling wird kommen, gewiß kommen und ihm wird kein Herbst mehr folgen. – – Sehen Sie, das ist ein alter, deutscher Student.

Marquis. Aber mein Herr –

Alsdorff. Ich weiß, Sie haben mich nicht verstanden – – ich habe eigentlich auch nicht für Sie gesprochen.

Marquis. Mais, ich achte und schätze tous les étudians

Alsdorff. Das gilt mir gleich. Hier handelt es sich darum, daß Sie sich schlagen müssen.

Marquis. Zwischen Ehrenmännern könnte man doch ein arrangement treffen.

Alsdorff. Lassen Sie hören.

Marquis. Wenn ich die Dame um Verzeihung bäte? Ich würde es thun aus Achtung für Sie.

Alsdorff. Nichts da. Sie haben mich in meiner Braut beleidigt und ich verlange Genugthuung. Es gibt nur ein Mittel, Sie aus dem Handel zu ziehen.

Marquis. Je ferai tout – reden Sie.

Alsdorff. Sie haben eine Braut?

Marquis. Ja.

Alsdorff. Fräulein Amalie?

Marquis. Si fait, oui.

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Roderich Benedix: Das bemooste Haupt oder Der lange Israël. J. J. Weber, Leipzig 1846, Seite 69. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Roderich_Benedix_-_Das_bemooste_Haupt_(Leipzig_1846).pdf/69&oldid=- (Version vom 28.5.2020)