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Marquis. Zuvörderst erlaube ich mir, Ihnen in meiner Person einen glücklichen Bräutigam vorzustellen.

Hauptmann. Meinen Glückwunsch!! Darf man die Braut wissen?

Marquis. Fräulein Amalie.

Hauptmann (rasch). Der Präsidentin Nichte?

Marquis. So ist’s.

Hauptmann (heftig). Nicht möglich!

Marquis. Warum nicht möglich?

Hauptmann (sich fassend). Ei nun, verstehen Sie mich recht – ein Ausdruck der Ueberraschung. Das hat sich ja recht schnell gemacht.

Marquis. Das eben nicht. Wir liebten uns längst im Stillen. Gestern war ich bei ihrem Vormunde, wo Alles schriftlich in Ordnung gebracht wurde.

Hauptmann (für sich). Eine bittere Lehre mehr in meinem Leben. (Laut.) Darf ich um Ihren Auftrag bitten?

Marquis. Die Frau Präsidentin ist etwas befremdet über Ihr Zögern in einer gewissen Angelegenheit.

Hauptmann. Je nun, man überlegt doch erst.

Marquis. Herr Hauptmann, lassen Sie uns als Männer offen sprechen. Sie kamen aus dem Felde zurück und fanden, daß die Präsidentin alte Ansprüche auf Ihr väterliches Vermögen geltend machte. Der Fürst, der Sie schätzt, und eben so die Präsidentin, meint, der Prozeß wäre am besten durch eine Verbindung zwischen den streitenden Parteien zu schlichten. Sie gehorchen dem Winke, machen der Präsidentin Ihre Aufwartung – Sie gefallen ihr – sie gefällt Ihnen – man nähert sich, man spricht sich aus – die

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Roderich Benedix: Das bemooste Haupt oder Der lange Israël. J. J. Weber, Leipzig 1846, Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Roderich_Benedix_-_Das_bemooste_Haupt_(Leipzig_1846).pdf/6&oldid=- (Version vom 18.5.2020)