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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/247

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Geschicklichkeit den Kopf ab und erhält zum Lohn eine goldene Krone mit dem Namen des Riesen, und mit Band, wie es „auf dieser Welt gar nicht zu finden ist.“ Darauf führt ihn die Straße an das Schloß mit der zweiten Prinzessin, da will ihn der Riese „wie eine warme Semmel“ zerdrücken und wirft nach ihm mit einer noch schwerern Stange; Hans tödtet ihn und erhält Krone und Band, ganz wie zuvor. Bei dem dritten Riesen, dem ältesten und mächtigsten, ist gleichfalls Alles wie bei dem ersten. Er will Hans zerdrücken „wie eine Mücke,“ heißt mit einem aus dem Volksbuche bekanntem Namen der Riese Wolf-Grambär (von welchem in Elbingerode auch erzählt wird, daß er sich mit dem Zwergkönig Echwaldus befehde, wobei Echwaldus ihm immer plötzlich durch seine Nebelkappe verschwunden sei), gibt Hans Anweisung, ihn, nachdem er ihn schon verwundet, plötzlich zu heilen, indem er ihn mit Salbe aus einem dastehenden Krüglein beschmiert, wirft aber, kaum geheilt, doch wieder mit der Stange nach ihm, und wird nun doch getödtet. Auf den auch hier beim Herauswinden beabsichtigten Verrath der übrigen Diener wird Hans durch das graue Männchen aufmerksam gemacht, welches ihn später auf andere Weise aus der Unterwelt wieder heraufschickt. Er verdingt sich bei dem ärmsten Goldschmied. Ehe die Prinzessinnen die falschen Diener heirathen, verlangen sie von ihnen solche Kronen, wie sie in der Unterwelt gehabt haben. Alle Goldarbeiter erklären, daß diesen Ansprüchen in der Oberwelt nicht genügt werden könne, nur der Gesell des ärmsten verspricht sie in drei Nächten zu machen und schiebt dann jedesmal die in der Unterwelt empfangene Riesenkrone unter. Darauf findet die festliche Verlöbniß statt, der Gesell ist als Zuschauer zugegen und muß mit speisen. Dabei verlangen die Prinzessinnen eine nach der andern noch nach dem Band an ihren Kronen. Der Gesell zieht es aus der Tasche und die übrigen Diener werden mit vier Kühen zerrissen. Die ungewöhnliche

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Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 231. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/247&oldid=- (Version vom 1.8.2018)