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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/208

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so viel auftragen sollten, als er verlangte, und daß sie antworten sollten: „Es ist schon gut,“ wenn er nach der Zeche frage.

Am andern Tage setzte der Bauer sich in’s erste Wirthshaus und ließ sich Essen und Trinken bringen, daß die Haide wackelte, wie man zu sagen pflegt. Bald kamen auch die drei Studenten aus dem Collegienhause gegenüber, kannten aber den Bauer in seinem Sonntagsstaate und in dem Hütchen nicht wieder. Der nöthigte sie zum Essen und Trinken und der Wirth trug immerfort auf. Endlich fragte der Bauer nach der Schuldigkeit und griff dabei so ein bischen an sein Hütchen. Da sagte der Wirth: „Es ist schon gut.“ Die drei Studenten sahen einander an, der Bauer aber stand auf, als wär’ es ganz in der Ordnung, daß ihm der Wirth diese Antwort gegeben hätte und ging seiner Wege.

Am andern Morgen sah man den Bauer schon wieder in seiner Sonntagskleidung durch’s Dorf nach der Stadt zugehen, wie eben erst der Tag graute. Der Thorwärter hatte das Thor noch nicht lange aufgeschlossen und sah noch ganz verschlafen aus, als er dort einzog. Er ging heute in’s zweite Wirthshaus, da war er schon früh auf seinem Posten, und als es gegen Mittag war, ließ er sich wieder auftragen vom Schönsten und Besten. Es dauerte nicht lange, so kamen die drei Studenten; der Bauer lud sie wieder ein mit ihm zu speisen und zu trinken und bewirthete sie noch viel schöner als am ersten Tage in dem Collegienwirthshause. Wie’s an’s bezahlen ging, griff der Bauer an sein Hütchen und fragte nach der Zeche. Der Wirth sagte wieder: „Es ist schon gut,“ und damit stand er auf und ging seiner Wege.

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 192. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/208&oldid=- (Version vom 1.8.2018)