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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/201

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empor. So ging sie zur Kirche. Der Gottesdienst hatte bereits angefangen und die Leute standen eben, weil der Pfarrer vor dem Altar war, zu beiden Seiten auf. Da meinte die Frau, sie ständen vor ihr auf und sagte: sie möchten nur sitzen bleiben, sie sei selbst lange genug eine geringe Frau gewesen und ihr Mann hätte ihr die Massachte erst von der Messe mitgebracht. Dabei sah sie sich stolz und hochmüthig nach beiden Seiten um, wie sie durch die Reihen ging, und setzte sich auf ihren Platz. Die Leute in der Kirche aber wunderten sich höchlich über die Frau, und wenn sie seit der Zeit eine recht hochmüthige Frau über die Straße gehen sahen, so hieß es: „Die hat eine Massachte um.“


51. Piep, piep.

Es war einmal ein König, der hatte einen Ziehbrunnen, der war gerade vor seiner Schlafkammer, und wenn in den Morgenstunden die Knechte und Diener kamen, Wasser zu schöpfen, so piepte die Pumpe immer so schön – piep, piep! – und der König schlief so süß, wenn er’s im Schlafe vernahm. Eines Tages aber sprachen die Diener zu einander: „Gewiß stört die Pumpe unsern Herrn im Schlaf, wenn sie piept – piep, piep! – wir wollen sie ausbessern, daß sie nicht mehr piepen kann.“ Das thaten sie auch und da piepte die Pumpe nicht mehr.

Als nun die Zeit kam am andern Morgen, wo die Knechte die Pferde des Königs tränkten, lauschte der

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 185. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/201&oldid=- (Version vom 1.8.2018)