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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/150

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Thür schlösse.“ Da nahm das Mädchen schnell ein Bund Stroh, das auf der Hausflur lag, eine Laterne und einen Sack, da sie die Laterne hineinsteckte und stellte sich in die Küche unter den Schornstein. Als nun der erste Räuber zur Hälfte herunter war, nahm sie einen Strohwisch, zog die Laterne aus dem Sack, öffnete sie, zündete den Strohwisch an, versteckte die Laterne wieder, hielt ihn in den Schornstein und der Räuber mußte daran ersticken. Da fiel er todt am Heerde nieder. Als die Andern das Gepolter hörten, meinten sie, er sei vollends herabgesprungen und sogleich kroch der zweite Räuber oben in den Schornstein. So erstickte sie sechs Räuber mit brennenden Strohwischen, da rochen die andern sieben, die noch auf dem Dache saßen, den Dampf und der Räuberhauptmann, der unter ihnen war, sprach leise: „Wir müssen hinabsteigen und behutsam eine kleine Wand einbrechen, damit wir in das Schloß einsteigen und unsre Brüder (denn alle dreizehn Räuber waren Brüder) rächen und auch die übrigen Schätze des Königsschlosses gewinnen können.“

Allein die Königstochter merkte abermals, was die Räuber vorhatten, nahm ihres Vaters Schwert und stellte sich im Dunkel vor die Öffnung, welche die Räuber in die Wand gebrochen hatten. Als sie da stand, steckte der eine Räuber den Kopf herein und da er sie nicht sah, weil sie ganz im Dunkel stand, ließ sie ihn mit dem halben Leibe hereinkriechen, dann hackte sie ihm den Kopf ab und der Körper fiel von selbst noch auf den Boden. Als sie das Gepolter hörten, meinten sie draußen, jetzt sei’s Zeit, daß der zweite nachfolge, und so hackte sie allen sechs Räubern die Köpfe ab. Zuletzt war nur der

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 134. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/150&oldid=- (Version vom 1.8.2018)