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Seite:Proehle Maerchen fuer die Jugend.pdf/133

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Fluß und diente den Leuten zur Brücke. Dem zeigte Johannes der Bär auch, daß er es sei, und darauf folgte er ihm nach. Hierauf gelangten sie zu einem vierten Riesen, der wollte einen Berg in ein Loch tragen. Auch dieser mußte ihnen folgen und so ging es fort, bis Johannes der Bär zuletzt zwölf Riesen als Gefolge mit sich führte.

So kamen sie allesammt an eine Köhlerhütte, darin wohnten sie, es war aber sonst Niemand darin und sie schossen Hirschkühe in der Gegend und trugen selbst für ihre Speise Sorge. Am ersten Tage, als die andern auf die Jagd gingen, sollte der erste Riese als Wache bei der Hütte bleiben und kochen. Da kam aber zu ihm eine alte Frau und bat, er solle ihr zu essen geben. Der Riese ließ sich auch erweichen und reichte ihr einen Bissen Brod. So wie sie ihn aber dabei berührte, war der Riese starr und steif und konnte weder sprechen noch sich rühren. Darauf lief die alte Frau fort. So erging es an zwölf Tagen hintereinander allen zwölf Riesen. Zuletzt war Johannes der Bär allein noch übrig, der mußte nun allein für sich jagen, kochen und Holz hauen. Einstmals spaltete er einen Baumstuken, der vor seiner Hütte in der Erde war, da kam die Alte auch an und er sagte, daß sie ihm einmal den Keil einsetzen sollte. Dabei kamen ihre Finger in die Spalte und er keilte sie fest, denn er hatte wohl gemerkt, daß sie die zwölf Riesen verzaubert hatte. Er prügelte sie so lange mit seinem Eisenstabe, bis sie die Zwölfe wieder lebendig machte, ohne daß ihre Hände dabei frei wurden. Als die Riesen aber auch auf sie loskamen und sie prügeln wollten, riß sie sich mit blutenden Fingern los und entfloh.

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Märchen für die Jugend. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle 1854, Seite 117. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Maerchen_fuer_die_Jugend.pdf/133&oldid=- (Version vom 1.8.2018)