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in der Gegend von Ebern; eigentlich aber auf den Gütern der Herren von Guttenberg, bey Kirchlauter und Schönbrunn. Aus den um diese beyde Orte liegenden Bergen ward schon seit langen Jahren her die beste Thonerde gegraben, die im Lande verarbeitet wird. Indessen hat sie doch seit 6 bis 8 Jahren sehr viel von ihrer Zartheit und Feinheit verloren. Das daraus verfertigte Geschirr ist zwar noch immer sehr weiß, glatt und dünne, und daher auch wegen seiner Dauerhaftigkeit, und des Holzersparnisses, das der Gebrauch dieses Geschirres in der Küche gewährt, etwas theurer, als das überall im Wirzburgischen verfertigte, aber weit schlechtere und dickere Geschirr. Die Ursache aber, daß obige Thonerde seit einigen Jahren von geringerer Güte ist, als sie vorher war, liegt einzig in der Trägheit und Gemächlichkeit der Bauern in Kirchlauter und den dortigen Ortschaften, auf deren Grund und Boden dieser Thon gegraben wird. Sie graben lieber die etliche Schuh tief liegende Erde aus, und überliefern sie an den bestimmten Ort, als daß sie tiefer in die Berge hineingruben, und so bessere Erde herauslieferten.

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