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zur Bibel, als zur Quelle des Lichts und Lebens sich hat leiten und fuhren lassen. Das und kein Menschen-Wort ist es doch, das uns richten wird am jüngsten Tage, und das diejenigen, die daran glauben, selig machet. Indessen habe ich unter die grösten Anfechtungen zu rechnen, einen harten Zufall, der mir zum ersten Ostertage 1758 auf der Kanzel begegnete, wodurch mich mein Gott sehr demüthigte, so daß ich aller menschliche Hülfe beraubt zu ihm allein fliehen mußte. Das war mein Pfahl in das Fleisch, den ich auch bis daher getragen habe. Ich kam in Jammer und in Noth: aber ich rief an den Nahmen des Herrn, und er hat zu mir gesagt: laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist auch im Schwachen mächtig.“

 Der heftige Anfall auf der Rügheimer Kanzel, schreibt mir einer seiner Herren Tochtermänner, war bey seiner starken Hypochondrie, ein Krampf im Halse, der ihn nöthigte einige Minuten ganz stille zu schweigen. So oft er nachher öffentlich auftreten mußte, besorgte er, dieser Zufall mochte wieder kommen und fühlte Herzensangst.

 Herr Pfarrer Schöner war seit dem 20 Oct. 1744. verheyrathet mit der 2ten Tochter Herrn Joh. Jacob Zieglers[1] bestverdienten Pfarrers zu Wetzhausen


  1. Da dieses Mannes einmahl gedacht ist, so sey es mir erlaubt auch einiges aus seinem Leben hier beyzufügen; denn er verdients. Er war ein geborner Schweinfurter. Er hatte ehrliche, aber minder vermögliche Ältern. Sein Vater könnte ihm von dem
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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 6. Raw, Nürnberg 1793, Seite 377. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_6,_3).pdf/6&oldid=- (Version vom 1.8.2018)