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Hier stand er in die 17 Jahre, und hat manchfaches Gute in Kirchen und Schulen gestiftet. 1764 berief ihn der obenerwähnte biedre Ritter Freyherr Christian Gottlob Truchseß zur Pfarre nach Wetzhausen und Meyles, welches Amt er bis zu seinem den 31 März 1791 erfolgten Tode mit vielem Segen begleitete. Er hatte ungemein reife Einsichten in die Geschichte der Bibel und der christl. Religion, verbunden mit einer Kenntniß der bibl. Sprachen, wie sie in seinem Zeitalter auf dem Lande äusserst selten zu seyn pflegte. Die Fortschritte seiner Erkenntniß, als Gottesgelehrter und Menschenkenner, die er auch in seinem 70sten Lebensjahre mit täglicher Anstrengung zu thun suchte, erwiederten und bevestigten sich vorzüglich durch das ununterbrochene Studium der allgem. teutsch. Bibliothek, die er vom Anfange an für sich allein hielt und bis zu seinem erfolgten Ende allein für sich fortsetzte. Eine Ausgabe, die für ein einziges Buch von 1764. bis 1791. über 120 Rthl. schwer Geld betrug. Dabey wird freylich mancher seiner Herren Amtsbruder die Achseln zucken, der ohne Bücher und neuere Zeitschriften predigen und sein Amt versehen kann. Herr Schöner konnte und durfte nicht fremd in der neuesten Litteratur aller Art seyn: sonst hätte er sich in der Gunst seines gnädigen Herrn nicht erhalten können, der selbst ein großer Liebhaber der Lectüre war und Gelehrte aller Art immer bey sich zu haben und sich mit ihren

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 6. Raw, Nürnberg 1793, Seite 374. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_6,_3).pdf/3&oldid=- (Version vom 1.8.2018)