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Herz, nach welchen er gezielet, nicht recht, oder gar nicht getroffen; so mußte er noch einige Stunden, jedoch ohne Sprache und Bewußtseyn, jämmerlich seinen Selbstmord bereuen.

 Nach der Section, welche in Beyseyn des geschickten und erfahrnen Herrn Landphysikus Hornschuch von Coburg verrichtet worden, ist der Leichnam in einen Sarg gelegt, und von der Gräber-Gemeinde abwechselnd getragen, zu Grabe in dasigen Gottesacker befördert worden, wofür sie einen Trunk von den Hinterbliebenen »es Selbstmörders erhalten haben. Zugleich wurde auch von Obrigkeits wegen verlesen, daß niemand deshalb den Hinterbliebenen etwas vorwerfen etc. etc. noch sonst ungebührlich inskünftig gegen solche, die hie zum Begräbniß geholfen, bey Strafe sich bezeigen solle.

 Merkwürdig ist hiebey, daß, wann dieser von Berg sich einen Tag (den 18 Jan.) später erschossen hätte, es eben der Tag gewesen wäre, an welchem sich vor einem Jahre Grabitsckki, Mitnachbar und Einwohner zu Grub, erhängt, bey welcher Gelegenheit von Berg soll geäussert haben: nun wäre die Reihe an ihm!

 Noch ist zu bemerken, daß in diesem Orte nun seit wenig Jahren der dasige Schulz sich die Kehle abgeschnitten, Grabitschki sich erhängt, und nun der Müller von Berg (vermuthlich aus einem uralten adelichen Geschlechte, dessen wilden

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 5. Raw, Nürnberg 1792, Seite 117. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_5,_1).pdf/7&oldid=- (Version vom 1.8.2018)