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der Forstämter erstreckte, nicht wenig dazu beygetragen haben mag.


6.

 Unter den Scenen des Selbstmordes ist das Benehmen eines Einwohners von Grub am Forst, Besitzer der Amtsonnenfeldischen Lehns-Mühle, Namens von Berg merkwürdig. Derselbe hatte sich durch seinen bösartigen Charakter, Streit- und Zanksucht, bey vielen seiner Nachbarn, und besonders bey seiner Obrigkeit zu Coburg, durch ein ungehorsames und schmähsüchtiges Leben und Betragen, weshalb er auch schon verschiedenemahle war nach Verdienst gezüchtiget worden, verhaßt gemacht. Eben war er wieder wegen Meuterey nach Coburg citirt worden; seine Gattin, welche er oft übel behandelt und mit welcher er 9 noch lebende Kinder erzeugt hatte, war zu Coburg gewesen und hatte für ihn zu sollicitiren gesucht. Sie kam und brachte ihrem wilden Manne die traurige Botschaft, daß er sich nur auf eine derbe Züchtigung gefaßt machen sollte: denn er müßte den 18 Jan. dieses Jahres, als den folgenden Tag, zu Coburg einen Vorstand haben. „Sie sollen mich doch nicht, nein kriegen,“ antwortet der, wie man sagt, von Brantewein inspirirte Müller, geht in seine obere Stube, ruft seiner Frau, die aber aus Furcht sich nicht hinauf zu ihm getraute, und erschießt sich auf dem Bette; da aber die Pistole nur mit gehackten Bley und Vögeldunst geladen war, folglich das

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 5. Raw, Nürnberg 1792, Seite 116. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_5,_1).pdf/6&oldid=- (Version vom 1.8.2018)