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nur in Messing gearbeitet werden kann, um die billigsten Preise.


5.

 Ich habe die Klagen über die Verwüstungen der schönen Waldungen in dem Limburgischen, mit betrübter Überzeugung gelesen. Ich bin einige Zeit ein Augenzeuge von diesen Unordnungen gewesen. Dem barbarischen Gebrauch, den Stämmen das Harz auszuziehen, habe ich selbst einmahl mit Erstaunen zugesehen, indem ich in einem Wald mitten unter einen Trupp sogenannter Harzer geriethe. Man muß aber diese Unordnung nicht auf Rechnung der Limburgischen Herrschaften allein schreiben. Das Eigenthum der Bauern bestehet an den meisten Orten mehr in Waldungen, als in Äckern und Wiesen. Man läßt den Bauern das Eigenthum seines Holzes benutzen, wie er selbst will. Es hat mir ein Limburger Bauer, dem ich das Harzen als eine holzverderbliche Sache zu Gemüth führen wollte, zur Antwort gegeben: „man muß doch auch Pech haben. Wo wollte ich Brod hernehmen, und meine übrigen Ausgaben bestreiten, wenn ich kein Pech verkaufen wollte oder könnte? Dieses kann ich nicht anders als durch das Harzen gewinnen.“

 Hierin liegt also die Hauptursache von jenen Holzverwüstungen; wiewohl die Entfernung und immerwährende Uneinigkeiten und Streitigkeiten der Limburgischen Herrschaften unter sich selbst, die sich auch auf die Besetzung

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 5. Raw, Nürnberg 1792, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_5,_1).pdf/5&oldid=- (Version vom 1.8.2018)