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Jahren – denn er sieht jetzt in seinem 44sten Jahre – war derselbige noch ziemlich nach dem allgemein herrschenden Fuße eingerichtet. Als er zu den Kräften und zu dem Alter gediehen war, einem Dienst vorstehen zu können, kam er in die Reichsstadt Schweinfurt als Bauernknecht. Hier diente er 6 Jahre und vecheyrathete sich. Seinen Broderwerb suchte er und sein Weib als Taglöhner, vorzüglich bey Gartenarbeiten. Bey dieser Beschäfftigung kamen, zumahl im Winter, oft mehrere Tage, wo Hochrhein und seine Frau nichts zu verdienen hatten. Mangel an Verdienst erzeugte bald Mangel an Nahrung, und Hochrhein war bisweilen in nicht geringer Verlegenheit, wie er sich und die Seinigen fortbringen wolle. Hier kam er auf den Einfall bey unserm geschickten Mahler und Zeichenmeister, Herrn Johann Philipp Rösel, von dem ich nächstens ausführlicher reden zu dürfen mir vorbehalte, das Zeichnen zu lernen. Das kostete wenig, denn Herr Rösel gibt mehreren jungen Handwerkern und Künstlern in Schweinfurt oft unentgeldlich darin Unterricht. Rösel bemerkte bald, was an Hochrhein war; und da er Rösels gutes Herz bey seinen geheimen Sorgen der Nahrung immer für sich offen fand, so entdeckte er sich ihm ganz. Dieser rieth ihm, sich auf das Uhrmachen zu legen, und zu sehen, wie er sich eine Drehbank anschaffen könne. Er folgte Rösels Rath und es dauerte nicht lange, so

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 5. Raw, Nürnberg 1792, Seite 113. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_5,_1).pdf/3&oldid=- (Version vom 1.8.2018)