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soll also die 9 tägige Andacht vor Weihnachten bey den Ursulinerinnen eine Andacht zum schön geputzten Jesuskind seyn? Nicht doch! Ihr Argument stützt sich auf ein falsches Suppositum; und auf ein solches Argument können Sie, als ehemahliger Lector der Philosophie, ebenfalls wenig halten. Sie sollten zwar in ihrem Kloster zu Wirzburg von der Andacht der Ursulinerinnen besser unterrichtet seyn, als ich auf dem Lande, da ich mich in meinem Wirkungskreise für nichts weniger interessire, als für Klosterandachten. Indessen hören Sie doch von mir, wie wenig das Prager Jesuskind und die 9 tägige Andacht der Ursulinerinnen zusammen gehören. Gedachte Andacht war schon bey ihrem Ursprunge nichts anders, als eine Vorbereitung auf Weihnachten. 1727 ward sie von Regensberg aus, unter Gutheisung des damaligen Bischoffs Christoph Franz von Hutten in das Kloster der Ursulinerinnen nach Wirzburg verpflanzt. Sie hat sich auch noch bis hieher erhalten, und erst die vorigen Jahre hat man sie durch Einführung neuer Betrachtungen und Lieder zweckmäßiger zu machen gesuchet. Erst im Jahre 1755 kommt das an sich so friedliche und hier doch Streit erregende Jesuskind zum Vorschein. Die Kloster-Einkäuferin bey den Ursulinerinnen zu Wirzburg begleitet die Tochter eines dasigen Oberforstmeisters nach Prag in das Kloster der Karmeliterinnen, um daselbst bey den Ursulinerinnen eine Collecte für die durch den Klosterbau arm

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 4. Raw, Nürnberg 1792, Seite 387. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_4,_3).pdf/13&oldid=- (Version vom 1.8.2018)