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war. Am folgenden Tage wurden alle Ausgänge und Winkel des Residenzgebäudes mit Wachen besetzet, man schickte Schornsteinfeger in alle Kamine, und man nahm Spürhunde zur Hülfe, um den Dieb aufzufinden, weil man es für unwahrscheinlich hielt, daß ein einzelner Mann so viel Silbergeld weggeschleppet haben könnte. Aber man fand nichts. Im Julius 1791 wurde in München ein Dieb eingezogen, welcher aussagte, daß er auf der Kammer zu Wirzburg gestohlen habe. Die hiesige Regierung wurde davon benachrichtiget. Aber aus den Criminalacten ergab sich bald, daß der zu München in Verhaft gezogene Gauner wegen seiner Diebstähle schon im Zuchthause zu Wirzburg saß, ehe der Diebstahl auf dem Kammerzinnsamte geschah, und daß derselbe erst zwey Monate nachher unter das Wirzburgische in die kais. Niederlande abgegangene Regiment abgegeben wurde, wo er dann desertirte, und bey seiner Verhaftnehmung in München durch seine Lüge wahrscheinlich dem Galgen zu entgehen, und wieder in das Zuchthaus nach Wirzburg abgeliefert zu werden hoffte. Wenn dies seine Absicht war, so hätte er nicht vergessen sollen, seinen Namen zu verändern.

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Im September 1791 bemerkte man an den Pupillengeldern, welche auf dem Landgerichte in dem fürstl. Regierungsgebäude deponirt waren, den Abgang von 7840 fl. Das Publicum ist begierig, wer wohl den armen Waysen das Ihrige wieder erstatten werde. Bey dieser neuen Gelegenheit

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 3. Raw, Nürnberg 1791, Seite 506. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_3,_4).pdf/8&oldid=- (Version vom 1.8.2018)