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Glücklich und ohne alle heftige Beschädigung ward also dieses Kind gerettet, nur unbedeutende Hautwunden, Geschwulst und Flecken waren die Überbleibsel dieses Unfalls, dessen Folgen schrecklich hätten werden können. Denn wenn nicht, wie die Untersuchung zeigte, eine Schaufel gerade neben zwey schon länger abgebrochenen Schaufeln entzweygebrochen wäre, und dem Kinde auf eine bewundernswürdige Art freyen Durchlauf verstattet hätte, so daß es die darauf folgende Schaufel nur noch auf den Schuh traf: so hätte solches schon hier den Tod gefunden; und wäre nicht der Retter sogleich beym Durchfahren zugegen gewesen, so würde sich selbiges entweder an einem der unter den Rädern stehenden Pfähle das Hirn eingestossen haben, oder unfehlbar ersoffen seyn.

Aber wer bewundert nicht hiebey die Geistesgegenwart, die Menschenliebe des Müllers, wer staunt nicht, wenn er hört, daß dieser noch überdieß gebrechliche Mann, dem jede Erkältung lebensgefährlich werden konnte, mit Hinwegdrängung aller Bedenklichkeiten, bloß dem großen Gedanken, Menschenrettung! seine Brust öffnete, und Entschluß und Ausführung in einem glücklichen Augenblick verband! –

Gerührt gestand des geretteten Kindes Vater, daß eben dieser Müller ihm vor neun Jahren seinen damahls achtjährigen Sohn mit wahrer Lebensgefahr aus diesem Schutz gerettet, daß er ihm auch schon einen simpelhaften Sohn

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 3. Raw, Nürnberg 1791, Seite 503. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_3,_4).pdf/5&oldid=- (Version vom 1.8.2018)