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verkaufen. Gleich nach ihrer Genesung kann sie nicht wieder in Dienste kommen. Sie verkaufet also, was sie noch entbehren kann. Leben will sie, und das Laster der Unzucht ist oft ihre einzige Nahrungsquelle. Treibet sie ihr Gewerbe zu arg und zu unvorsichtig; so kommt sie auf eine bestimmte kurze Zeit in das Arbeitshaus, wo sie selten gebessert wird. Entlassen sollte man keinen männlichen oder weiblichen Sträfling weder aus dem Zuchthause, noch aus dem Arbeitshause, wenn man ihn nicht im Herzen gebessert findet, und wenn man ihm nicht Arbeit zu seiner Nahrung verschaffen kann.


4.

Bey der am 22 Septemb. auf dem Gymnasium zu Wirzburg gehaltenen Prämien-Austheilung bekam ein Jude aus Heydingsfeld, Benjamin Honichberger, Student der ersten grammatischen Classe das zweyte Prämium aus der Geschichte. Er studiret mit großem Nutzen und gehöret unter die ersten Schüler. Die talmudische Orthodoxie scheinet ihn dabey wenig anzufechten, denn er gehet auf den Sabbath nicht in die Synagoge, und setzt dafür seine Schularbeiten ohne Gewissensbisse fort. Das neue Testament, und besonders seinen National-Verwandten Paulus, liest er mit vieler Aufmerksamkeit. – Wieder ein Beweis, daß der Jude und seine ganze Nation bey wissenschaftlicher Aufklärung klüger wird!


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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 3. Raw, Nürnberg 1791, Seite 510. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_3,_4).pdf/12&oldid=- (Version vom 1.8.2018)