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daß man sein Vermögen für eine gute Prise halte, davon man so viel zurück behalten müsse, als er sich unter dem Schein Rechtens nur immer thun lasse. – Noch auffallender ist endlich die Nachsteuer, welche von demjenigen, der aus einem Ort seiner bisherigen Herrschaft in einen andern eben derselben unterworfenen zieht, genommen wird, und zwar nicht einmahl in der Maaße, in welchem sie der letzte Ort im ungewandten Fall zu erheben pflegt, sondern noch einmahl so hoch.

Wenn daher ein wohlwollender Mann mit dem zufriednen Blicke der Gottheit in den Kreis derer, die über Menschen zu gebieten haben, hintritt, seinen Mund öffnet, und spricht: laßt uns Menschen glücklich machen! sie sind unsere Brüder: wie muß sich nicht der Menschenfreund darüber erfreuen!

Dieser wohlwollende große Mann ist Graf Schönborn zu Wiesenthaid. Er hat in der Beylage an den Rittercanton am Steigerwald den Antrag zur Freyzügigkeit der Unterthanen aus einem ritterschaftlichen Ort in das andere gemacht, und der Canton hat diesen Antrag den Mitgliedern communicirt.

Es ist zu befürchten, daß wenige oder gar keines demselben beytreten werden, die Nachsteuer-Revenüe ist zu beträchtlich, als daß man sie sogleich in den Wind schlagen sollte, auch können viele aus noch triftigern Gründen dieses Opfer nicht bringen; aber es ist doch erquickend, wenn man sieht, daß man oben her daran denkt, die

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 3. Raw, Nürnberg 1791, Seite 371. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_3,_3).pdf/8&oldid=- (Version vom 1.8.2018)