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11.
Sonnenfeld, d. 28 Aug.

Folgende vortreffliche Handlung des Consistoriums zu Hildburghausen ist ein Beweis, daß es noch viele edle Menschen gibt. Vor wenig Monaten fiel der Pfarrer Scheider zu Eberharz, auch Mäbriz genannt, welcher auf einem dürftigen Dienstchen mit seiner Frau und drey Kindern sich härmte, in eine schmerzhafte Krankheit, von welcher er sich nur schwer nach und nach erhohlte. Noth und Elend war bey ihm zu Hause. Sein Beichtvater, Herr Pfarrer Dotzauer zu Häßelrieth hat heimlich für ihn bey dem Herrn geheimen Rath Brunnquell, allem die Hülfe verzog. Als schon seine Gattin unter vielen Thränen ihre letzte wenige weiße Wäsche und Tuchzeug versetzen wollte, um sich nur ein wenig noch damit fortzuhelfen, klopfte jemand an der Thüre, und – es war ein Bote, von dem wohlthätigen herzoglich Sächs. Consistorio gesandt, welcher dieser armen Pfarrerfamilie 25 fl. als ein Geschenk überbrachte. Kurze Zeit darauf wurde er als Diakonus nach Eisfeld zu einer einträglichern Stelle befördert. – Vielleicht windet sich noch mancher Kummervolle, von ähnlichen Sorgen genagt, auf seinem Krankenlager, oder an seinem Schreibpulte, welchem diese Nachricht einstweilen zum Trost und zur Beruhigung dienen kann!


12.
Wirzburg.

Am 25 Brachmonat war die ewige Anbetung in das hiesige Hospital über den Main

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 3. Raw, Nürnberg 1791, Seite 374. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_3,_3).pdf/11&oldid=- (Version vom 1.8.2018)