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Dietzel zu Heßberg berufen worden. An Herrn Dietzels Stelle ist der bisherige Rector und Collaborator


    [107] zur Last: daß wir ihm das Prädicat Herr versagt, die Regel nicht beobachtet: de mortuis nil nisi bene, und daß uns leicht jeder in einer Anwandlung böser Laune, oder um Gewinnstes willen, etwas Ungleiches zuschreiben könnte, das wir drucken ließen. Das erste geschah ohne Absicht, und ist ein Fehler des Abschreibers, den wir oben durch die Zusetzung dieses Prädicats, weil ein so großer Wehrt darauf gelegt werden will, wieder gut gemacht haben. Für übereilte Aufnahme sind wir gesichert, da wir nicht unsern Herren Correspondenten nur auf ihr Wort glauben, sondern immer nähere Nachrichten von andern einzuziehen bemühet sind, ehe wir drucken lassen, auch gar manches Anekdötchen, zumahl aus jenen Gegenden, weils nicht nutzet und frommet, lieber ungedruckt lassen, so ein glaubhafter Beytrag es zur Charakter-Schilderung unsers Jahrzehends seyn könnte. Das Sprichwort de mortuis nil nisi bene ist, wie die allermeisten Sprichwörter, viel zu allgemein. Wenn es durchgängig anwendbar seyn sollte, so würde man gar nicht mehr sagen dürfen: Der war ein frommer, gelehrter, dem Sinn seines Herrn und Meisters sich gemäß betragender Prediger; jener ein fauler, unwissender und zanksüchtiger Mann. Der suchte seiner ihm anvertrauten Gemeinde Bestes, aß um zu leben, und setzte auf sein ererbtes

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 3. Raw, Nürnberg 1791, Seite 107. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_3,_1).pdf/5&oldid=- (Version vom 14.8.2016)