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würden Messe lessen lassen wollen. In Wallthürn würden und könnten die Messen nicht alle gelesen werden, die dahin gebracht würden. Auf dem Kreuzberge würden sie sicher gelesen; denn sie hätten Mangel. Sie könnten also das Geld für dieselben ihm geben. Bey seiner Rückkunft würde er besorgen, daß sie alle auf dem Kreuzberge gelesen würden.“ Pater Conrad war glücklich und spickte einen ziemlichen Beutel mit Meßstipendien. Noch besser aber war es, daß er das Geld für die Memento in einen besondern Beutel gethan hatte: denn in Wallthürn wurden seine Ansinnungen wegen der Messen bekannt, und wurde ihm vom Capuciner-Guardian, der ihn ganz unvermuthet mit harten Drohungen noch in der Matratze überfiel, der Beutel für die Messen abgenommen. P. Guardian soll gedroht haben, ihn mit Fahne und Procession in Verhaft zu nehmen, wenn er den Beutel mit den Meßgeldern nicht ausliefern würde.


21.
Aus Wirzburg. 

 Den 17ten Jun. wurde den verschiedenen weltlichen Officianten und allen denen, die die Sache angeht, öffentlich auf der geistl. Regierung ein Decret vorgelesen, des Inhalts: sich künftig in keinem Falle an den Nuntius Zoglio zu München zu wenden, und dieß bey Suspensions- und andrer großen Strafe. Einzig nach Köln hätten sie also sich für immer zu wenden.


22.

 Der Herr Fürstbischoff von Wirzburg läßt in der Wirzburger Diöcese die von ihm vor einigen Jahren selbst angefangenen Kirchen- und Schulen Visitation durch seinen würdigen Weihbischoff,

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Diverse: Miscellaneen in: Journal von und für Franken, Band 3. Raw, Nürnberg 1791, Seite 112. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Miscellaneen_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_Band_3,_1).pdf/10&oldid=- (Version vom 14.8.2016)