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noch mehr anzufachen suchten: ein neuer für beyde Länder verderblicherer Krieg, als der war, den Nürnberg vor 47 Jahren mit Marggraf Albrecht hatte, schien unvermeidlich, als sich endlich im Jahr 1494 der edelmüthige Herzog Albrecht von Sachsen ins Mittel schlug und durch seinen Abgeordneten Ritter Dietrich von Harras nach mühevoller zweyjährigen Unterhandlung einen Vergleich zu Stande brachte, der die drohendende Fehde glücklich endigte und beyde Theile gänzlich mit einander aussöhnte. Nürnberg, so mächtig es auch damahls war, und so zuversichtlich es sich auch durch seine innere Stärke mit Marggraf Friedrich hätte messen dürfen – Nürnberg war zu sehr mit Harras Vertrage zufrieden, als daß es nicht denselben auf alle nur mögliche Weise hätte dauerhaft gründen sollen. Die jährlich an Fastnacht gewöhnlichen Lustbarkeiten zogen stets eine Menge Fremde in diese Stadt; weit und breit bekannt, waren sie vielleicht eben das, was in spätern Zeiten das Carneval zu Venedig. Sophia, Friedrichs Gemahlin, eine königliche Prinzessin von Polen, war noch nie in Nürnberg gewesen: sie, eins der vorzüglichsten Werkzeuge, durch welche Ritters Harras Vergleich zu Stande gekommen