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Über zwei Monate sind verflossen seit der Übergabe von Longwy, das ich dreimal besucht und besichtigt habe, um mir einen vollständigen Einblick in die Wirkungen des deutschen Granatfeuers zu verschaffen.

In Longwy-Bas weht die schwarz-weiß-rote Flagge über dem deutschen Kommandanturgebäude, an dessen Mauer ein in Maschinenschrift geschriebener Anschlag mit dem Datum des Tages der Besetzung zu lesen ist, dessen Anfang lautet:

Longwy-Bas
Longwy, 27 août 1914.     
Le commandant des troupes allemands.
Avis aux habitants de Longwy

Le commandant des troupes allemands vous fait connaître que la vie et les biens des habitants seront absolument respectés par les troupes allemands. Au cas que la population se montre hostile, je rendrai responsable la population entière ...

Die deutliche Sprache der Bekanntmachung scheint hier ihre Wirkung getan zu haben, das Städtchen ist, wie oben erwähnt, ziemlich unversehrt, im Gegensatz zu vielen Dörfern dieser Gegend, die im deutschen und französischen Granatfeuer des Ortsgefechtes oder in den rächenden Flammen wegen Beteiligung der Bewohner am Kampfe ganz oder teilweise untergegangen sind, so Murville, Haucourt, Audun-le-Roman.

Auf der in mehreren Schlingen ansteigenden Straße erreicht man die eine starke Viertelstunde

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 88. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/92&oldid=- (Version vom 1.8.2018)