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werden sie an der Leine geführt, sollen sie auf die Suche von Verwundeten ausgehen, so lassen sie die Führer los. Ist ein Verwundeter gefunden, so springt der Hund zu seinem Führer zurück und holt ihn an Ort und Stelle. Auch in dieser Abteilung dienen Vater und Sohn. Der Großherzog von Oldenburg hat sich, wie man uns mitteilt, um das freiwillige Sanitätswesen und die Abrichtung und Verwendung von Kriegshunden besonders verdient gemacht und dafür große Opfer gebracht. Ganze Abteilungen wurden auf seine Kosten ausgebildet und mit Kriegshunden versehen. — Die Abteilung kommt von einer „Friedensübung“ zurück. Da reiten auch die leitenden Ärzte vorüber.

In Thiaucourt wurde ein längerer Halt gemacht. Der in Friedenszeiten etwa zwölfhundert Einwohner zählende schmucke Flecken mit einem Schlosse war vollgepfropft von Soldaten. Eine Rue General Clinchant benannte Straße erinnert an den aus dem Übertritt der Bourbaki-Armee im Januar 1871 auf Schweizerboden bekannten General Clinchant. Ob dieser wohl Bürger von Thiaucourt war? Am Gemeindehaus prangte noch ein Plakat aus dem Juli d. J., auf dem in großen Buchstaben gedruckt stand: Thiaucourt. Cinéma. La lutte pour la vie ...

In der Kirche gibt uns ein vom Kriegsfreiwilligen Stein, gewesenem Kapellmeister am Stadttheater in Aachen, eingeübter und geleiteter Soldatenchor ein kurzes Konzert. Der Chor setzt

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 69. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/73&oldid=- (Version vom 13.8.2019)