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von Toul und bei Verdun und im dazwischen liegenden Maasabschnitt dauern die Stellungskämpfe an. Daß außer dem Camp des Romains zwei weitere Sperrforts an der Maas niedergekämpft sind, ist amtlich schon gemeldet. Langsam gewinnen die Deutschen, trotz gelegentlicher Rückschläge, die sie erlitten haben, an Boden.




Sonntagsfrieden im Felde

An einem grauen nebligen Oktobersonntag fuhren wir hinaus in das Tal des Rupt de Mad. Nach Novéant geht’s über die Grenze. Bald überholen wir lange Munitions- und Proviant-Fuhrwerkkolonnen, wir fahren an Parkplätzen vorüber, wo emsiges fröhliches Treiben herrscht: ruhende Soldaten, Tabakpfeifen rauchend, lagern um lustig flackernde Feuer, ein friedliches Manöverbild. In den Kartoffeläckern, deren Frucht von der flüchtenden Bevölkerung nicht eingeheimst worden ist, graben deutsche Krieger. Außer der grauen Felduniform ist die blaue Garnisonuniform zahlreich vertreten: es sind Landsturmtruppen, mit der Sicherung der Etappen- und Bahnlinien beauftragt, die in Feindesland große Aufmerksamkeit verlangt und starke Kräfte beansprucht. Als Kopfbedeckung trägt der Landsturm die Wachstuchmütze mit dem Kreuz, wie man sie auf Bildern aus dem Feldzug von 1870/71 sieht. Dann und wann an der Straße ein Artilleriepark, die Geschütze blitzblank. Eine Ulanenpatrouille

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 62. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/66&oldid=- (Version vom 1.8.2018)