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auch um die Unterkunft der Obdachlosen bemüht. Zerstörte oder gefährdete Ortschaften werden geräumt und die Einwohner aus der Feuerzone weggeschafft. Erst letzter Tage sah Ihr Berichterstatter eine Kolonne von hundertundsiebzig Köpfen, Frauen, Kinder und Greise, in Metz ankommen. Sie waren von den deutschen Truppen in den Kellerräumen und Trümmern eines unter dem Feuer der Festungsgeschütze der Außenforts liegenden Dorfes aufgefunden worden. Sie wurden hinter die Rheinlinie zurückbefördert, wo sie interniert und auf Kosten des Reiches verpflegt und untergebracht werden.

Die deutschen Truppen sind bis in die vordersten Kampflinien ausgezeichnet verpflegt. Der Nachschub von Lebensmitteln geht tadellos vor sich. Auch die Feldpost, über die in den deutschen Blättern manches Klagelied zu lesen war, da sie in den ersten Wochen des Feldzuges der unermeßlichen Hochflut von Sendungen noch nicht den wünschbaren Abfluß zu verschaffen vermochte, kommt jetzt den an sie gestellten Forderungen nach. Briefe und Zeitungen, die von der Feldpost bis an die Endetappenorte befördert werden, gelangen durch die Truppen selbst bis in die Schützengräben der vordersten Linien.

Während diese Zeilen in Metz geschrieben werden, ist vom Westen dumpfer Kanonendonner hörbar, wie jetzt fast täglich. In der Woevre aber steigerte er sich mit zunehmender Nähe der Kampfplätze zum dröhnenden Getöse. Nördlich

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 61. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/65&oldid=- (Version vom 1.8.2018)