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Nase gelegenes solches Gehölz ist besonders sorgfältig zu einem Stützpunkt und zugleich zur Unterkunft eingerichtet worden: Hinter dem Rande des Wäldchens feindwärts ein starker Schützengraben, der mit einem Gerüste aus Zaunpfählen, Rebstöcken und Latten gedeckt ist, das Gerüst verkleidet mit Zweigen und Blätterwerk, zum Schutz gegen die Unbilden der Witterung. Das Innere des Wäldchens häuslich als Biwak eingerichtet. Die Franzosen hatten anscheinend hier einen neuen Angriff der Deutschen erwartet, zogen dann aber am 23. oder 24. August freiwillig wieder ab, worauf die Deutschen Mülhausen wieder besetzten. Jetzt sind die Verschanzungen schon halb verfallen, in den Grabensohlen ist frisches Grün gewachsen, und die Schutzgerüste sind zum Teil schon eingestürzt...

Im Weiterschreiten erblicke ich mitten in einer Wiese zwei weggeworfene Zwilchtaschen mit abgeschnittenen Lederriemen. Auf der einen Tasche steht ziemlich deutlich der Stempel zu lesen:

133e de L

Es waren also Mannschaften vom 133. französischen Linienregiment, die hier gelagert haben. Dieses Regiment gehörte zum VII. Armeekorps (41. Inf.-Division), das zu jener Zeit in dieser Gegend operierte.

Nicht weit davon entdeckte ich die Überreste einer weiteren Zwilchtasche, gestempelt mit den Zeichen:

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/28&oldid=- (Version vom 1.8.2018)