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das offene Feld gegen die Napoleoninsel bestreichen zu können. Am Wege von Modenheim nach der Napoleonsinsel liegt auf dem offenen Felde noch eine weitere Brandstätte. Auch drüben im nahen Sausheim sind zwei Häuser in Flammen aufgegangen. Kurz vor der Napoleonsinsel ruht, hart am Straßenrand, eine Kompanie in Marschkolonne, die Gewehre zusammengestellt, die Leute fröhlich plaudernd, die Offiziere in einer Gruppe beisammenstehend, ein Bild des Friedensdienstes. Die Leute tragen die blaue Friedensuniform, es sind also Ersatzmannschaften, die zur Ausbildung auf einer Übung begriffen sind. Wann werden sie vor dem Feinde stehen?

Der Landsturm-Wachtposten an der Brücke über den Rhein-Rhone-Kanal besichtigt meinen Passierschein und gibt mich frei. So stehe ich nun vor der vielgenannten Napoleonsinsel, wo der Hüningerkanal in den Rhein-Rhone-Kanal mündet, und die Straßen Basel-Kolmar und Mülhausen-Neuenburg-Müllheim sich kreuzen, dicht am Hardtwald gelegen, fünf Kilometer nordöstlich vom Bahnhof Mülhausen. An der Straße nach Rixheim, wohin ich jetzt strebe, liegt, gleich jenseits des Bahndammes der Linie Müllheim-Neuenburg-Mülhausen ein einzelstehendes Haus, eine einfache Arbeiterkneipe. Da mein Magen mich mahnt, daß die Mittagsstunde vorüber ist, trete ich ein, um eine Erfrischung zu genießen und gerate mitten unter die Soldaten, von denen der kleine Raum gesteckt voll ist.

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/23&oldid=- (Version vom 1.8.2018)