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wurden nämlich von einem Beobachtungsstande verdächtige Bewegungen gemeldet, die darauf schließen lassen, daß versucht werde, dort eine französische Batterie in Stellung zu bringen. Ruhig, an Hand der Karte und der fortwährend am Fernsprecher einlaufenden Meldungen, wird das Gefecht geleitet.

Die deutschen wie die französischen Batterien sind gedeckt, unsichtbar. Aus einer Mulde hinter einer Waldterrasse am Berge nordwestlich Uffholz steigen schwache Räuchlein auf, es sind Kochstellen der Franzosen. Sie erhalten ihr Teil an dem Eisenhagel zugemessen.

Das französische Artilleriefeuer ist inzwischen von den deutschen Batterien kräftig erwidert worden. Ihre Geschosse fliegen über Sennheim hinweg. Passen Sie auf, jetzt werden die Franzosen bald auch ihr Feuer auf Sennheim richten, sagt der Offizier zu mir. Richtig! Nach einiger Zeit schlagen die Granaten im westlichen Stadtteile von Sennheim, der schon stark gelitten hat, ein. Wäre der Standort des Beobachtungspostens, von dem aus wir dem Kampfe folgen, den Franzosen bekannt, so würde unser Mahl, das wir im Donner der Kanonen einnehmen, etwas scharf gewürzt, doch wir haben Dusel und bleiben unbehelligt. Der Kanonendonner verstärkt sich. Dem Einzelfeuer folgen ganze Lagen, Batteriesalven, hüben und drüben. Im westlichen Stadtteil von Sennheim ist ein großes Gebäude durch das französische Feuer in Brand geschossen worden.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 224. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/228&oldid=- (Version vom 1.8.2018)