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Kameradschaft des deutschen Offizierskorps verstärkt und vertieft. Mit Liebe und Verehrung blicken die Offiziere dieses Stabes vom Leutnant bis zum Stabsoffizier zu ihren General empor, der ihnen das Beispiel zäher Ausdauer gibt. In der niedrigen, mit Grün geschmückten Stube des mehr als einfachen Dorfwirtshauses, das diesem Stabe als Offizierskasino dient, herrscht der Ton echt vornehmer Gesinnung, gepaart mit einem ungezwungenen soldatischen Frohsinn, der den fremden Gast bald heimisch werden und sein Herz wärmer schlagen ließ.




Kämpfe im Oberelsaß
I
Bei Sennheim

Der Frührotschein leuchtete sturmkündend vom Schwarzwald herüber, als ich heute in der Morgendämmerung von Straßburg südwärts fuhr, Mülhausen zu. Ein breites, brennend rotes Band umsäumte die dunkeln langgezogenen Höhen im Osten. Blutrot stieg die Sonne über dem Rheintale auf. Im Westen erblickte das Auge bald da bald dort eine verschneite Nordflanke der Hochvogesen. Meine Fahrt galt dem Gebiete der in der letzten Zeit viel genannten Kämpfe im Oberelsaß um die Stellungen bei Steinbach, Sennheim und Uffholz, am Ausgange des Wesserlingertales.

Von Mülhausen geht es im Kraftwagen weiter in einem großen Umwege, der im spitzen Winkel

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 214. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/218&oldid=- (Version vom 1.8.2018)