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nichts zu wünschen übrig ließ, auf einen großen Bogen Papier, den er durch die gleiche Patrouille an den gleichen Baum heften ließ. Auf den Ton der Ergebung war die Antwort nicht gestimmt.

Diese Art von Briefwechsel ist nicht vereinzelt. Am 8. Januar, dem zweiten Tag unseres Aufenthalts in den Stellungen dieses deutschen Ersatzheereskörpers, brachte ein Feldwebel von einem Patrouillengang die Nummer des Petit Parisien vom 6. Januar mit, die ebenfalls an einen Baumstamm geheftet worden war, in der Absicht, sie den Deutschen in die Hände zu spielen. Es ist gewiß bemerkenswert, daß in diesen Zeiten des sonst so langsamen und gehemmten Postverkehrs eine Pariser Zeitung am dritten Tage nach ihrem Erscheinen in die vordersten Stellungen der deutschen Kampffront gelangt. Das Blatt enthielt außer französischen, englischen und russischen Siegesmeldungen an seiner Spitze einen Leitartikel aus der Feder des bekannten Abbé Wetterlé ancien député au Reichstag allemand, wie er sich selber unterzeichnet. In dem Artikel verkauft dieser Herr das Fell des noch nicht erlegten elsaß-lothringischen Bären, polemisiert gegen den Gedanken eines elsaß-lothringischen Pufferstaates, verlangt die gänzliche Wiedervereinigung Elsaß-Lothringens mit Frankreich und unterbreitet dem französischen Volke und seiner Regierung seine Ratschläge für die künftige französische Verwaltung des Landes und die nach der Annektierung einzuschlagende Sprachen- und Schulpolitik. Über

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 206. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/210&oldid=- (Version vom 1.8.2018)