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einst. Alles soll, wenn es nach dem Willen des jetzt in diesem Gebiete kommandierenden Generals geht, vollständig unberührt bleiben.

Seit jenem letzten verunglückten Vorstoße haben die Franzosen in dieser Gegend keine ernstliche Unternehmung mehr gewagt und verhalten sich ziemlich untätig. Dagegen haben ihnen die Deutschen die Neujahrsfreude gestört durch eine kräftig durchgeführte Unternehmung größeren Umfangs, die sich besonders gegen die beiden Flügel der französischen Stellung richtete. Dabei wurden etliche Gefangene gemacht. Die Deutschen sind wie Feuer und Flamme und gehen mit einem Drange drauf, der nicht immer ganz leicht zu zügeln und in den rechten Bahnen zu halten ist, sobald es einmal wieder gilt, an den Feind zu kommen und den Spaten mit dem Gewehr zu vertauschen.

Aus einem seltsamen Briefwechsel, der zwischen den deutschen und französischen Linien dieses Frontabschnittes geführt wird, mag hier noch einiges mitgeteilt werden. Als uns Herr Oberst v. V. durch seinen Regimentsabschnitt führte, erzählte er uns, daß ihm am Tage vorher eine Patrouille, die von einer Erkundung zurückkehrte, einen von einer Französin unterzeichneten Zettel, der an einem Baum angeheftet worden war, mitgebracht habe. Darin wurde der Oberst unter Schmähungen aufgefordert, seine Stellung zu räumen, die Russen stünden vor Berlin, die deutsche Armee werde in kurzem zerschmettert sein. Das alte Gerede. Der Oberst schrieb seine Antwort, die an Deutlichkeit

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 205. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/209&oldid=- (Version vom 1.8.2018)