Hauptmenü öffnen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

zu. An dem günstigen Ausgang des Gefechts, dessen Schauplatz wir besuchten und das seinerzeit in der amtlichen Mitteilung der deutschen Heeresleitung als bedeutender Erfolg verzeichnet wurde, hatten zwei deutsche Batterien, die unter sehr schwierigen Geländeverhältnissen durch einen Wald vorgezogen und in Tätigkeit gesetzt werden konnten, einen entscheidenden Anteil. Es gelang der überlegenen französischen Artillerie nicht, sie zu entdecken und zu beschießen. Dagegen nahmen die Batterien die französische Infanterie unter ein wirksames Nahfeuer. Der französische Angriff wurde zunächst zum Stehen gebracht. Mit feurigem Angriffsgeist und großer Tapferkeit war die Infanterie vorgegangen. Aber als der Angriff nicht im ersten Anlauf glückte, hielt sie nicht durch, eine Erscheinung, die im bisherigen Verlaufe des Feldzuges nicht vereinzelt dasteht. Als am folgenden Tage die Deutschen, die inzwischen Verstärkungen herangezogen hatten, zum Gegenangriff auf die zahlenmäßig immer noch stark überlegenen Franzosen vorgingen, wichen diese unter bedeutenden Verlusten zurück. Sehr hitzig war das Gefecht auf dem äußersten Flügel in dem früher erwähnten Waldtale, das an einer Stelle von einem Felsenschlosse beherrscht wird, das im Sturm genommen wurde. Beim Angriff auf dieses Schloß erlitten auch die Deutschen Verluste, von denen die frischen Kriegergräber zeugen. Hier haben sich bayrische Landwehrleute und ein badisches Landsturmbataillon ausgezeichnet. Hier

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 202. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/206&oldid=- (Version vom 1.8.2018)