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II

Wesentlich verschieden von den oben beschriebenen Feldbefestigungen sind teilweise die in den benachbarten waldreichen Regimentsabschnitten ausgeführten Befestigungsarbeiten. Es ist ausgesprochene Waldbefestigung. Auch hier gab uns der Regiments-Kommandeur, Oberst v. V... das Geleite. Neben Schützengräben und Drahtverhauen, die auch hier vielfach zur Anwendung kommen, wird in diesem Abschnitt, dem Gelände entsprechend, vom Baumverhau, Astverhau und Blockhausbau reichlich Gebrauch gemacht. Alle Waldränder und besonders die Waldausgänge sind durch starke Baumverhaue gesperrt. An Stelle des in die Erde eingebauten Unterstandes tritt hier mehr das aus Balken gezimmerte, mit Schießscharten versehene Blockhaus. Die vorspringenden Waldecken sind als starke Schulterpunkte ausgebaut, von denen aus das Gelände frontal und die Waldränder flankierend unter Feuer genommen werden können. Waldwege und Waldschneisen sind durch Sperren geschlossen und besonders stark verdrahtet und verhauen, ebenso die durch den Wald führende Eisenbahnlinie. Die über sie führende Brücke ist als starke Brustwehr ausgebaut, von der aus die Linie auf eine weite Strecke in der Längsrichtung bestrichen werden kann. Von den Waldrändern aus wird sie auch flankierend unter Feuer genommen. Neben dem gewöhnlichen hochgespannten Drahtverhau und den Stolperdrähten, die auch hier vielfach verwendet sind,

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 194. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/198&oldid=- (Version vom 1.8.2018)