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durch Tunnels unterführt. Auf diese Weise werden sämtliche Anmarsch- und Abmarschwege zu und von der Hauptstellung gegen Sicht gedeckt.

Vor der Hauptstellung ist ein dreifacher Gürtel von Drahthindernissen errichtet, bei deren Anlage besonders darauf Bedacht genommen wird, daß sie aus Flankierungsgräben für Schützen und Maschinengewehre bestrichen werden können. Vor diesen Drahthindernissen ist das Gelände überdies noch mit einem Netz von sogenannten Stolperdrähten überspannt, deren Name deutlich genug bezeichnet, was sie bedeuten und bezwecken. Es sind dünne, fast unsichtbare, ungefähr eine Hand breit über den Boden gespannte Drähte, die den in der Gefechtsaufregung anstürmenden Angreifer unfehlbar zu Fall bringen. Die Entfernungen nach den verschiedenen Angriffsrichtungen sind durch weiß gestrichene Entfernungsböcke von hundert zu hundert Meter im Gelände bezeichnet, zur Erhöhung der Genauigkeit des ruhigen wohlgezielten Schützenfeuers, auf das bei den Deutschen so großes Gewicht gelegt wird. Alle vor der Front liegenden natürlichen Hecken sind mit Draht verspannt, Straßen- und Wegsperren sind so angelegt und vorbereitet, daß die Zugänge in die Stellungen in kürzester Frist geschlossen werden können. Weitere Annäherungshindernisse sind durch die Stauwehren vorbereitet, durch die an geeigneten, vorzugsweise flankierendem Feuer ausgesetzten Stellen die Talmulden unter Wasser gesetzt werden können. Zur Zeit

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 189. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/193&oldid=- (Version vom 1.8.2018)