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Waldungen mit bedeutenderen Bodenerhebungen, die an eine eigentliche Gebirgslandschaft anschließen, die Ausläufer der Vogesen. Dieser sehr verschiedenartigen Geländegestaltung entspricht auch eine große Mannigfaltigkeit der Befestigungsmittel. Die Vorposten- und Hauptstellungen bilden eine vielfach gebrochene Linie, die sich dem Gelände anschmiegt. Die Entfernungen der Vorpostenlinien vom Feinde wechseln von vierhundert Metern bis zu zwei Kilometern, lassen also für kleinere und größere Erkundungsunternehmungen Spielraum und gestatten es, dem Angriffsgeist der Truppe gelegentlich Lust zu machen.

Die Befestigungsarbeiten, die auf der dreißig Kilometer langen Front des von uns besuchten Heereskörpers ausgeführt sind oder noch weiter ausgebaut und vervollständigt werden, fallen zu einem sehr großen Teil ausschließlich der Infanterie zu. Die deutsche Infanterie als Pioniertruppe weist einen erstaunlich hohen Grad der Durchbildung auf. Die von Infanterieoffizieren entworfene technische Anlage der Befestigungswerke und deren Ausführung durch die Truppe sind mustergültig. In dem sieben Kilometer breiten Regimentsabschnitt des einen Flügels im wechselnden, doch vorwiegend offenen Gelände ist die Hauptstellung hauptsächlich durch stark profilierte Schützengräben befestigt, die bei einem feindlichen Angriff, unter dem Schutze der Vorposten durch die Schützenlinie besetzt werden. Durch Lauf- und Verbindungsgräben sind die Schützengräben so mit

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 187. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/191&oldid=- (Version vom 1.8.2018)