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Quartieren der französischen Dörfer zu suchen. Schlechte Brunnenleitungen, die an Jauchegruben vorbeiführen, Misthaufen vor jedem Hauseingange, das sind Ansteckungsherde erster Ordnung. Wo deutsche Truppen in französische Dörfer einquartiert werden, ist es ihr erstes, die Straßen vom Unrat zu reinigen. Durch strenge Maßnahmen, wie Sperrung von bakterienverdächtigen Brunnen, ist es gelungen, den Typhus wirksam zurückzudämmen, und die Typhuslazarette, die eine Zeitlang überfüllt waren, entvölkern sich jetzt. Eine gute Wirkung namentlich für einen leichten Verlauf der Krankheit schreiben die Ärzte der allgemein durchgeführten Typhusimpfung zu. Mit allen Mitteln wird der Aufteilung und Weiterverbreitung der Krankheit entgegengearbeitet. Erkrankt ein Soldat an Typhus, so kommen seine nächsten Quartierkameraden für eine zehntägige Beobachtungszeit ins Typhuslazarett, wo sie in besonderen Baracken untergebracht werden. Für die peinliche Vorsicht, die auch für das Pflegepersonal angewendet wird, spricht der Umstand, daß in diesem Typhuslazarett noch kein einziger Arzt, keine einzige Krankenschwester, kein einziger Krankenwärter und Gehilfe erkrankt ist. Das Typhuslazarett ist mit allen Mitteln der modernen Heilpflege, namentlich auch mit Bädern ausgestattet. Die Zahl der Todesfälle bleibt denn auch auf einer geringen Stufe.

Spannende Erlebnisse aus dem Kriege hört man von den genesenden Kranken und Verwundeten.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 179. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/183&oldid=- (Version vom 1.8.2018)