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wird in den Garnisonlazaretten selbst hergestellt. Diese sind auch mit einer großen Apotheke ausgestattet, wo durch eine Schar von Militärapothekern die Medikamente für die Sanitätsanstalten des Heeres hergestellt werden.

Schon die große, bis jetzt allen Anforderungen genügende Zahl von Feldlazaretten und ihre vortreffliche Ausrüstung beweisen, in welch großartiger Weise die Leitung der deutschen Militärsanität für die Bedürfnisse des Krieges vorgesorgt hat. In einer einzigen Garnisonstadt Südwestdeutschlands bestehen zurzeit dreißig, in einer anderen sogar vierundfünfzig Lazarette; diese Zahlen übersteigen den augenblicklichen Bedarf bei weitem. In den meisten Sälen gibt es noch freie Betten, in fast allen Lazaretten noch Räumlichkeiten, die zurzeit nicht belegt und für den Fall eines plötzlichen starken Anschwellens der Verwundetenzahl freigehalten sind. Von einer Überfüllung der Lazarette ist in Deutschland noch keine Rede. Eines der größten Lazarette des Reiches, das ich jüngst besucht habe und das neunhundert, im Falle der Not sogar tausend Kranke und Verwundete aufnehmen kann, hat gegenwärtig kaum die Hälfte dieser Zahl in Verpflegung. In zweckmäßiger Weise werden fortwährend die dem Kriegsschauplatze näher liegenden Lazarette durch Abschiebung von Verwundeten ins Landesinnere entlastet.

Mit eindringlicher Deutlichkeit treten dem Besucher der Feldlazarette die Schrecken des Krieges

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 176. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/180&oldid=- (Version vom 1.8.2018)