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arbeiten. Der eine pickelte, der andere schaufelte und warf die Erde rechts und links als Deckungswall auf. Dabei mußte äußerste Vorsicht beobachtet werden. Mancher Pickel und mancher Spaten wurde mit einem französischen Geschoßeinschlag gestempelt, und wehe der Hand, die bei der Arbeit zu hoch gehoben wurde — flugs saß eine französische Kugel darin. Je näher dem Gipfel, desto schwieriger wurde der Boden, desto härter die Arbeit. Dicke Baumwurzeln mußten durchsägt oder durchgeschlagen werden. An einer Stelle, nahe am Gipfel, stieß der Annäherungsgraben auf einen Felsen. Sprengmaterial war nicht zur Verfügung. Man mußte die Stufe durch höheres Aufwerfen des Walles sichern.

Sobald der etwas abgeplattete Berggipfel erreicht war, galt es sich festzusetzen und festzubauen. Sogleich wurde vom letzten Annäherungsgraben aus hinter dem diesseitigen Rand der kleinen Hochfläche ein Schützengraben gezogen und befestigt, seine Brustwehr mit Sandsäcken und eisernen Schützenblenden verstärkt. Diese in die Brustwehr eingebauten Schutzschilde sind mit einer Schießscharte versehen, eben groß genug, um den Feind, der auf zwanzig bis dreißig Meter Entfernung eingegraben gegenüber liegt, beobachten zu können. Auch die Franzosen bedienen sich solcher Schutzschilde, die sie ebenfalls in die Brustwehr einbauen. Einer, den die Deutschen erobert haben, wurde mir im Schützengraben

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 167. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/171&oldid=- (Version vom 1.8.2018)