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sind diese stufenweise ausgehobenen Stellungen noch zu erkennen. So wurden die Franzosen Schritt für Schritt den Berg hinauf zurückgedrängt. Die Wegnahme der oberen Hälfte des Berges aber gelang nur im planmäßigen Sappenangriff, den wir jetzt im Aufstieg genau verfolgen können. Da wurde zunächst ein erster Schützengraben erstellt, von hier aus ein Annäherungsgraben schräg aufwärts vorgetrieben, ein zweiter Schützengraben ausgeführt und besetzt. Von hier aus wurde die Arbeit in gleicher Weise fortgesetzt, wieder zuerst mit einem Annäherungsgraben, der im Zickzack aufwärts führt und von dem aus nach beiden Seiten hin der dritte Schützengraben ausgehoben und besetzt wurde. Nun kam die Entscheidung um den Besitz des Berges. Als die Franzosen bemerkten, wie die Deutschen Stufe für Stufe in systematischer Sappenarbeit vorrückten und sich in den Gräben gedeckt einnisteten, begannen sie von der jenseitigen Seite des Berges ebenfalls Schützen- und Laufgräben vorzutreiben, um den Deutschen zuvorzukommen. In diesem Wettgraben kamen die harten deutschen Fäuste zuvor. Ihr Laufgraben erreichte die Bergspitze zuerst. Bis auf acht Meter waren die Franzosen herangekommen, als die Deutschen oben erschienen und die mit einer Felsenburg gekrönte Bergspitze in Besitz nahmen. Es ist eine ungeheure Arbeit, die hier unter dem feindlichen Feuer geleistet worden ist. Nicht mehr als zwei Mann konnten gleichzeitig im Annäherungsgraben

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 166. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/170&oldid=- (Version vom 1.8.2018)