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den Deutschen immerhin einige Verluste bringt. Während ich diese Zeilen schreibe, sind auch einige hundert Meter weiter vorne die deutschen Batterien, wie ihr lauter Geschützdonner beweist, in voller Tätigkeit und erwidern das französische Feuer.

Für die allgemeine Kriegslage haben diese Gefechte, im Zusammenhang mit anderen ähnlichen Charakters, die in diesen Tagen stattgefunden haben, insofern eine Bedeutung, als sie zeigen, daß die deutsche Schlachtfront allenthalben stark genug ist, um die gewonnenen Stellungen zu halten, bis der Zeitpunkt gekommen sein wird, um selbst zum Angriff überzugehen.

In Begleitung des Herrn Generals F. besuchte ich heute u. a. auf dem Gefechtsfelde auch den Hauptverbandplatz der gegen Flirey kämpfenden deutschen Truppen. Er ist in einem Gehöfte untergebracht, das von den Offizieren das verwunschene Schloß genannt wurde, weil es lange Zeit der tägliche Zielpunkt des französischen Artilleriefeuers war. Ein Rundgang zeigt in einem Umkreis von ungefähr siebzig Metern Durchmesser rings um das alte Schlößchen herum mindestens zwanzig frische Löcher von Granateinschlägen. Das Gebäude selbst ist merkwürdigerweise nur von einer einzigen Granate getroffen worden, die den Nebenraum des Empfangssaales zerstört hat, der jetzt den deutschen Ärzten als Eßzimmer dient. Der Stabsarzt und der Unterarzt,

Empfohlene Zitierweise:
Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 140. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/144&oldid=- (Version vom 1.8.2018)