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Wie diese aber Kehrt machten, um den Rückzug anzutreten, änderte die deutsche Artillerie, die mit den Schützengräben durch Fernsprechleitungen in beständiger Verbindung stand, ihr Ziel und überstreute das Rückzugsgelände mit einem Hagel von Granaten und Schrapnells, in den die Franzosen bei ihrer weiteren Rückzugsbewegung hätten hineinlaufen müssen. Dieses gleichzeitige Front-, Rücken- und Kreuzfeuer brach den Halt der Franzosen, deren Angriff kraftvoll angesetzt und deren Rückzug anfänglich in Ordnung angetreten worden war. Nirgends zeigte sich ein Ausweg. Ein Teil der Franzosen machte in Verwirrung zum zweiten Male Kehrt und lief wieder gegen die deutschen Schützengräben vor, verzweifelte Sturmangriffe versuchend. Mit bewaffneter Hand drangen vereinzelte Gruppen in die Schützengräben ein, wo sie im Kampfe Mann gegen Mann unterlagen. Größere Kampfgruppen aber, denen ihre hoffnungslose Lage klar wurde, legten jetzt die Waffen nieder und hoben zum Zeichen der Übergabe die Hände hoch. Vier Offiziere und vierhundertundvierzig Mann gerieten so in deutsche Gefangenschaft. Durch später noch eingebrachte vermehrte sich die Zahl der unverwundeten Gefangenen auf rund sechshundert — eine im Stellungskampfe überraschend hohe Ziffer. Denn es ist zu bedenken, daß die Verfolgung ausschließlich durch Feuer geschah. Überdies wurden von den Sanitätern — so werden die Sanitätsmannschaften, Träger und Wärter in der

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 137. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/141&oldid=- (Version vom 1.8.2018)