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gefangenen Franzosen waren keine Drückeberger, ihre Gefangennahme erfolgte vielmehr unter ehrenvollen Umständen.

Dem Gefechtsfelde bei Thiaucourt und Flirey galt die heutige Fahrt, die ich abermals in der Gesellschaft des oberkommandierenden Generals der in diesem Gebiete operierenden Armee mitzumachen die Ehre hatte.

Thiaucourt und die umliegenden Dörfer haben unter den Artilleriekämpfen der letzten Wochen erheblich gelitten. Seitdem am 22. Oktober der letzte blutige Ausfall der französischen Deckungstruppen vor Toul blutig abgeschlagen worden war, haben die Franzosen zwar auf einen eigentlichen Angriff gegen die deutschen Stellungen verzichtet, aber von Zeit zu Zeit diese mit ihrem Artilleriefeuer überschüttet, das deutscherseits stets kräftig erwidert wurde. Seit Freitag 11. Dezember nahm die Heftigkeit des französischen Artilleriefeuers in auffallendem Maße zu. Schwere Batterien wurden in Tätigkeit gesetzt und überschütteten, gemeinsam mit den leichteren Feldgeschützen, den ganzen von den Deutschen besetzten Abschnitt nördlich von Flirey während mehr als vierundzwanzig Stunden mit einem wütenden Granat- und Schrapnellhagel, der bis nach dem Bahnhof von Thiaucourt reichte. Bei Waville zweigt eine kurze Sackbahn nach Thiaucourt ab. Ein mit Nachschub beladener Güterzug dieser Nebenbahn geriet bei seiner Einfahrt in Thiaucourt unter Granatfeuer.

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 135. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/139&oldid=- (Version vom 1.8.2018)