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flattert, da die Infanterielinien die neuerrichteten vorgeschobenen starken Erdbefestigungen halten. Die Batterie hat in ihrer Feuerstellung an der Maas nur geringe Verluste erlitten. Ihre Stellung war so geschickt maskirt, daß die französische Artillerie sie nie entdeckte, daher von gezieltem Feuer absehen und sich auf Streufeuer beschränken mußte, das jedoch nur geringe Menschenverluste anrichtete. Immerhin ist die Stirnwand des Kraftwagens von einem Volltreffer durchschlagen worden. Der Fahrer wurde vom Bocke geschleudert und durch einen Granatsplitter am Gesäß verwundet, was ihm einen treffenden, aber seiner Derbheit wegen hier nicht wiederzugebenden Witz entlockte. Zahlreiche Splitter und Löcher im Holz- und Eisenwerk sind Zeugen davon, daß die Batterie im wirksamen Feuer gestanden hat. Größer waren die Beschädigungen in dem Dorfe, das den Truppen zur Unterkunft diente. Der Bursche des Reserveleutnants wurde, während er eben die Reit-Ledergamaschen seines Offiziers reinigte, von einem Granatvolltreffer förmlich in Stücke gerissen. Der Offizier selbst, der sich im Nebenraum befand, blieb unverletzt. Die von den Granatsplittern zerrissenen Gamaschen sind ihm eine Erinnerung daran, wie nahe auch er dem Tode stand. Im Garten hinter der Offizierswohnung wurde dem Burschen eine schöne Grabstätte bereitet. Ein anderer französischer Volltreffer hob einen Baum mit der Wurzel aus dem Boden und schleuderte ihn auf das Dach des Hauses, wo er

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Karl Müller: Kriegsbriefe eines neutralen Offiziers. Velhagen & Klasing, Bielefeld ; Leipzig 1915, Seite 118. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:M%C3%BCllerKriegsbriefe.pdf/122&oldid=- (Version vom 1.8.2018)